„Es gibt zwei Kategorien von Tieren. Die eine glaubt, dass es zwei Kategorien von Tieren gibt, und die andere hat darunter zu leiden.“

Mit diesen Worten hat Richard David Precht mich gepackt. Sein Buch „Tiere denken“ ist unheimlich aufschlussreich und ein Muss für jeden Tierliebhaber und philosophisch Denkenden. Die inhaltliche Fülle dieses Werks ist nur schwer zusammenzufassen.
In 4 umfassenden Kapiteln, die jeweils durch ein passendes Zitat eingeleitet werden, geht Precht ein auf den Unterschied (?) zwischen Mensch und Tier (1), die Rolle, die die verschiedenen Religionen in unserem Verhältnis zu Tieren spielen (2) sowie auf eine moderne Tierethik (3) und unseren Umgang mit Tieren in der heutigen Zeit (4). Kritisiert werden (zu Recht) der Umgang der Menschen mit den Tieren, insbesondere was die Massentierhaltung und Tierversuche angeht. Die Frage, ob und unter welchen Umständen wir Tiere essen dürfen, wird ebenso erläutert wie die ethisch/moralische Legitimität von Zoos und die Formulierung des Tierschutzgesetzes.
Trotz der Tatsache, dass es heutzutage nahezu unmöglich ist, jede Produktionskette nachzuvollziehen oder die Folgen der eigenen Handlungen abzuschätzen, bestätigte sich mir trotzdem während des Lesens mehrfach die Überzeugung, dass es sinnvoll und richtig ist, den eigenen Fleischkonsum zu überdenken und drastisch einzuschränken. Jeder, der in modernen Zeit angekommen ist, sollte sich überlegen, welche Folgen sein Konsumverhalten für die Tiere und die Umwelt im Allgemeinen hat. Die Tiere als gleichwertige Mitgeschöpfe auf dieser Erde zu sehen und nicht als Mittel zum Zweck ist für mich und viele andere mittlerweile selbstverständlich.
Wer dies nicht kann/will/nachvollziehbar findet, sollte dieses Buch lesen.
Und auch für diejenigen, die bereits einen respektvollen Umgang mit Tieren pflegen, ist dieses Buch sicherlich nicht uninteressant. 🐒🐈🐅🐄🐂🐐🦔🐿🐔

Amelie, 30.09.2018